Nach einigen Stunden im Flugzeug landen wir in einer ganz anderen Welt. Die erwartete Hitze bleibt vorerst aus. In Nordvietnam ist es nämlich auch eher kühl und wir sind froh haben wir eine Jacke dabei. Die kurzen Hosen müssen im Rucksack noch ein paar Tage auf ihren Einsatz warten. Nichtsdestotrotz geniessen wir es im Hotelzimmer zu schlafen und nicht selber kochen zu müssen. Das Essen ist nämlich unglaublich günstig und lecker und die Abwechslung tut gut.

 Beim Essen fehlt es nie an vielen frischen Kräutern

Beim Essen fehlt es nie an vielen frischen Kräutern

Strassenverkehrstechnisch haben wir ja auch schon einiges erlebt, aber das Überqueren einer Strasse in Hanoi war doch ziemlich abenteuerlich. Wann genau der beste Zeitpunkt ist um an die andere Seite zu gelangen, war bis zum Schluss nicht ganz klar. Auf jeden Fall kann man einfach mal loslaufen und die ganzen Scooter und Autos fahren dann um einen drum herum. Einfach nach der Devise, nie stehen bleiben und schon gar nicht rückwärtsgehen.

 Anfangs glaubt man es nicht, aber es ist möglich so eine Strasse zu überqueren

Anfangs glaubt man es nicht, aber es ist möglich so eine Strasse zu überqueren

Auch die Restaurantkultur ist etwas seltsam anzuschauen. Am liebsten sitzen die Vietnamesen nämlich auf kleinen Plastikstühlen an kleinen Plastiktischen. Bei Nichtgebrauch lässt sich das ganze Restaurant Mobiliar praktisch zu einem kleinen Stapel zusammenstellen. Auch der kleinste Laden hat somit immer ein paar Tische bereit. Für uns war es trotzdem ungewohnt mit den Knien im Gesicht eine Mahlzeit einzunehmen.

 Streetfood in Hanoi. Die Grösse der Stühle ist gewöhnungsbedürftig

Streetfood in Hanoi. Die Grösse der Stühle ist gewöhnungsbedürftig

Der Norden besteht zum Teil aus imposantem Karstgebirge, wie zum Beispiel die bekannte Halong Bucht. Da waren wir natürlich und schafften es, die Touristenmassen einigermassen zu umgehen. Oder auch die «trockene» Halong Bay rund um Ninh Binh. Beides ist sehr schön anzusehen und hat uns super Wanderungen und Bootstouren beschert.

 In der Halong Bucht

In der Halong Bucht

Damit wir nicht aus der Übung kommen, haben wir auch mal ein Fahrrad gemietet. Mit einem Eingänger unterwegs zu sein, ist doch nochmal etwas anderes. Auch auf den Scooter haben wir uns ein paar Mal gewagt. Meist jedoch nur etwas ausserhalb der Städte und so wenig wie möglich auf den grossen Strassen. Nachdem wir bei einer Tour zwei Vietnamesen kennen lernten, waren wir sogar zu viert auf zwei Rollern unterwegs. Diese beiden führten uns an eine Tankstelle, welche dummerweise mitten in Ninh Binh lag. Da jeder hier so ein bisschen fährt, wie es ihm gerade passt (dieses Gefühl haben wir jedenfalls, Verkehrsregeln sind optional), hat diese Situation ein wenig Stress ausgelöst. Nicht nur, weil die Tankanzeige auf Rot stand. Unter anderem auch weil es langsam dunkel wurde und es natürlich auch noch zu Regnen angefangen hat. Und wie könnte es auch anders sein, die beiden fuhren nach der Tankstelle in eine komplett andere Richtung als wir. Auf uns alleine gestellt, überquerten wir in einer Kamikaze Aktion eine Kreuzung, was wir sogar ohne Hupkonzert überstanden haben. Unsere Helme hatten natürlich keine Visiere, jeder Brillenträger kann sich wohl vorstellen was jetzt kommt. Durch den Regen wurde die Brille von Tropfen nass und wegen der Dunkelheit war sehen unmöglich. Also ging es ohne Brille weiter. Was jetzt wirklich besser ist, sei dahingestellt. Jedenfalls sind wir dann doch irgendwie unbeschadet bei unserem Hotel angekommen.

 Kleiner Veloausflug

Kleiner Veloausflug

Für die Vietnamesen war es jedenfalls witzig, mal mit Westlern unterwegs zu sein. So bekamen sie einen Einblick wie es ist, dauernd angesprochen zu werden. Meist heisst es nämlich nur, «Hello, Pineapple?» oder «Hello, buy something»

 Die Zitadelle in Hue

Die Zitadelle in Hue

Nach einer Fahrt im Nachtzug Richtung Hue waren wir dann endlich so richtig an der Wärme. Aber nicht nur das, auch Touristen hatte es hier irgendwie überall oder besser gesagt noch viel mehr als im Norden. Da wir eh bald nach Kambodscha weiterreisen wollten, hat uns dies nicht so gestört. Wir haben die Zeit in Vietnam sehr genossen und sind gespannt, was die nächsten Wochen für Überraschungen mit sich bringen.

Und zu guter Letzt wie immer einen kleinen Video Zusammenschnitt.

Südostasien Teil 1

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